Über Mich

these

Viele Jahre lebte ich nach einer einfachen Lebensthese: Wenn du alles richtig machst, wirst du glücklich sein. Und „richtig“ bedeutete für mich damals das, was von außen als richtig galt – Studium, Promotion, Assistentin, irgendwann vielleicht Professur.

Doch je mehr ich versuchte, all das richtig hinzubekommen, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass vieles einfach nicht zu mir passte. Als Gleichstellungsbeauftragte erhielt ich Einblicke, die mich nachdenklich machten. Der Druck auf Konferenzen, in Peer-Review-Prozessen, in der Balance zwischen Lehre und Forschung wurde immer schwerer zu tragen – und das Gefühl, in einem Leben zu leben, das irgendwie nicht meines war, immer stärker. Lange glaubte ich, dass es an mir lag – dass ich nicht gut genug war, nicht belastbar genug, nicht systemkompatibel genug.

ANTIthese

Der einzige Ausweg schien: raus aus der Wissenschaft. Nicht weil ich die Wissenschaft nicht mochte – sondern weil ich keinen Weg sah, darin ich selbst zu sein. Also ging ich, und folgte dem, was sich richtig anfühlte: Die Beratung von Studierenden hatte mir am meisten Freude gemacht – mehr als Publikationen, mehr als Konferenzen. Also folgte ich dieser Fährte, in verschiedene Coaching-Ausbildungen und schließlich in die Selbstständigkeit als Coachin.

Und dort erlebte ich zum ersten Mal, wie es sich anfühlt, aus innerer Klarheit heraus zu arbeiten – zu wissen, was ich kann, was ich will und wie ich das vertreten möchte. Schritt für Schritt, ohne fertigen Plan, aber mit wachsendem Vertrauen in die eigene Richtung. Und ich verstand: Das war die Sichtbarkeit, die ich gesucht hatte. Nicht die des Systems – sondern meine eigene.

Synthese

Einige Jahre später führte mich das Leben zurück an die Universität, in die Hochschulforschung. Ich forschte zu Karrierewegen und Sichtbarkeit im Wissenschaftssystem, konzipierte und moderierte Workshops und lehrte im MPA Wissenschaftsmanagement. Nebenberuflich begleitete ich weiter Menschen als Coachin – und irgendwann merkte ich, dass beides nicht mehr wirklich getrennt war.

Denn was ich selbst durchlebt hatte, was ich erforschte und was Menschen zu mir brachten, erzählte dieselbe Geschichte: Ob jemand im Wissenschaftssystem sichtbar sein oder den nächsten Karriereschritt gestalten will – beides beginnt immer am selben Ort. Mit der Klarheit darüber, was man gerne tut, was man gut kann und was Sinn ergibt.

So begann ich, Workshops und Coachings gezielt für Menschen im Wissenschaftssystem zu entwickeln – und SoulVisible entstand.