Jedes Jahr zu Jahresbeginn mache ich dasselbe: Ich nehme mir alte Zeitschriften, eine Schere, Kleber und ein großes Blatt Papier – und blättere Seite für Seite durch. Nicht zielgerichtet, nicht systematisch. Ich bin einfach auf der Suche nach dem, was mich anspricht. Was etwas in mir berührt.
Am Ende habe ich einen großen Haufen Altpapier – und einen kleinen Stapel Bilder, die mein Herz ausgewählt hat. Daraus entsteht ein Bild, das mir zeigt, wohin es mich in diesem Jahr wirklich zieht.
Was mich dabei jedes Mal überrascht: Ich weiß es vorher nicht. Ich kann es nicht planen. Es zeigt sich erst, wenn ich aufgehört habe, zu suchen – und angefangen habe, zu schauen.
Im Wissenschaftssystem ist das anders. Hier wird Karriereentwicklung oft als planbare Abfolge von Schritten gedacht: die richtige Stelle, das richtige Projekt, die richtige Strategie. Und trotzdem erlebe ich immer wieder – im Coaching und in Workshops – dass die entscheidenden Erkenntnisse nicht aus dem Plan kommen. Sondern aus dem Moment, in dem jemand aufhört, die richtige Antwort zu suchen, und anfängt zu spüren, was wirklich zieht.
Das ist keine Absage an Strategie. Aber es ist eine Einladung, zuerst nach innen zu schauen – bevor man den nächsten Schritt plant.